Bergen auf Rügen

Die Insel Rügen ist Deutschlands größte Insel und die Stadt Bergen sozusagen ihre Hauptstadt. Gut 14.000 Menschen leben in Bergen, wozu sich noch eine große Zahl Urlauber jährlich hinzugesellt. Die Touristen lieben die lockere Atmosphäre der Kreisstadt und schätzen die vielen Sehenswürdigkeiten, wie beispielsweise die schöne Altstadt mit ihren historischen Fachwerkhäusern, die teilweise bereits aus dem 17. und 18. Jahrhundert stammen.

Unweit der Innenstadt befindet sich der Nonnensee mit seiner vielfältigen Vogelwelt, der den Vögeln als Schutz- und Brutplatz sowie den Inselhauptstädtern als Naherholungsgebiet dient. Ebenfalls nicht weit von Bergen entfernt, liegt der Naturpark Ostrügen mit dem Jasmunder Bodden, der sich prima zum Angeln und Kanufahren eignet.
Unbedingt sehenswert ist der Ernst-Moritz-Arndt-Turm, der hoch oben auf dem Rugard steht. Er zählt zu den bedeutendsten Baudenkmälern auf Rügen und bietet darüber hinaus einen fantastischen Blick aus einer Höhe von ungefähr 27 Metern über die gesamte Insel.

Wer gerne gemütlich Shoppen geht, findet in Bergen gute Einkaufsmöglichkeiten sowie eine Vielzahl von Restaurants und Cafés, wenn die Füße vom vielen Laufen eine Pause brauchen.
Bergen ist ein idealer Ferienort, weil man von hier aus die Insel in alle Richtungen gut erkunden kann. Das hat auch die Tourismusbranche erkannt, weshalb es in der Kreisstadt eine gute Auswahl an Hotels und Ferienwohnungen gibt.

Wo liegt Bergen auf Rügen?

Die Stadt Bergen befindet sich im Zentrum von Deutschlands größter Insel Rügen, die wiederum zum Bundesland Mecklenburg-Vorpommern gehört. Seit dem Jahr 2005 ist die Kreisstadt Bergen Verwaltungssitz des Amtes Bergen auf Rügen und gleichzeitig Hauptstadt der Insel.

Zur Geschichte der Stadt

Die Stadt Bergen auf Rügen wurde einst von slawischen Völkern im Mittelalter bewohnt und ist etwa seit dem 13. Jahrhundert unter diesem Namen bekannt. Offiziell erlangte der Ort jedoch erst im Jahr 1613 das deutsche Stadtrecht, nachdem die Bürger selbiges vom damaligen Herzog Philipp Julius für 8.000 Mark erkauft hatten, um sich damit den wirtschaftlichen Aufschwung zu sichern.

Während des 30jährigen Krieges wurde Bergen auf Rügen zu einer wichtigen Bastion. Dies, sowie der verheerende Stadtbrand 1621 und die Ausbreitung der Pest, setzten der Stadtentwicklung jedoch sehr zu. Erst in der Schwedenzeit von 1648 bis 1815 konnte sich der Ort Schritt für Schritt zum rügenschen Verwaltungszentrum herausbilden.

In den Jahren ab 1823 entstanden erste handwerkliche Unternehmen. Mit der ersten Lederfabrik in 1853 wuchs die Wirtschaft in Bergen merklich. Man freute sich im Jahr 1883 über die ersten Züge, die aus Altefähr kommend, den Bahnhof Bergen erreichten. Die erste Molkerei nahm im Jahr 1890 ihren Betrieb auf und in 1891 folgte der Bau eines Postgebäudes am Marktplatz. Anschließend kamen noch ein Amtsgericht, ein Zoll- und Steueramt sowie ein Landratsamt dazu. Besonders stolz war man in den Jahren 1898 und 1899 über das erste eigene Wasser- und Elektrizitätswerk. Somit verfügte die Kreisstadt Bergen über eine angemessene Infrastruktur.

Was bedeutet der Name „Bergen auf Rügen“?

Der Ursprung des Namens kommt aus dem Jahr 1232. Zu dieser Zeit gab es auf Rügen einen Ort Namens Gora (übersetzt „Berg“), dessen Name der polabischen Sprache der Ranen entstammte. Im Jahr 1294 wurde der Ort als Villa Berghe in der Roeskilder Matrikel erwähnt. Später schrieb man nur noch Berghe, im Jahr 1302 Bergh in Ruya und im Jahr 1306 Berghen. Die offizielle Umbenennung von Bergen/Rügen nach Bergen auf Rügen erfolgte am 6. November 1995.

Die Altstadt

Ein Bummel durch die Altstadt von Bergen ist auf jeden Fall lohnenswert. Den Marktplatz zieren bedeutsame historische Bauwerke, wie die Marienkirche mit der Klosteranlage und andere liebevoll restaurierte Gebäude aus unterschiedlichen Stilepochen.

Das heutige Rathaus ist das größte Gebäude am Markt und baugeschichtlich äußerst bedeutsam. Denn es befinden sich unter einem Dach gleich zwei Gebäude aus unterschiedlichen Bauepochen. So wurde der Westgiebel in den Jahren 1859 bis 1861 im Stil des Historismus erbaut, während der Ostgiebel im Jahr 1912 im Jugendstil errichtet wurde. Ehemals war das heutige Rathaus in den Jahren 1848 bis 1945 ein Kloster. Anschließend waren dort in den darauffolgenden zwei Jahren die sowjetischen Besatzungstruppen untergebracht. Von 1947 bis 1992 diente das Gebäude als Wohnraum, Polizeirevier, Bank, Bücherei und Ärztehaus. Sein heutiges Aussehen erhielt das Rathaus in der zweijährigen Modernisierungsphase, die 1999 begann. Hier hat die kommunale Verwaltung der Stadt sowie das Amt Bergen auf Rügen seinen Sitz.

Sehenswert ist auch das alte Hauptgebäude des Postamtes. Es wurde im Jahr 1891 im Stil eines wilhelminischen Nutzgebäudes errichtet und ist ein gutes Beispiel für die Bauweise der damaligen Zeit. Im Jahr 1902 erfolgte ein Anbau auf dem ehemaligen Marktpfuhl. Heute beherbergt das Gebäude die Redaktion der Lokalpresse.

Sehenswürdigkeiten in Bergen

Wie es sich für eine Hauptstadt gehört, finden sich in Bergen natürlich auch diverse Sehenswürdigkeiten.

St. Marienkirche mit wertvoller Wandmalerei

Die Besichtigung der Kirche St. Marien sollte unbedingt auf der To-Do-Liste bei einem Urlaub in Bergen auf Rügen oder für einen Tagesausflug in die Hauptstadt der Insel stehen.

Erbaut wurde die Marienkirche im Jahr 1180 durch Fürst Jaromar I und ist heute der älteste Backsteinbau Rügens. Bekannt ist die St. Marienkirche für ihre wertvolle Wandmalerei mit biblischen Motiven, wodurch sie zu einem der wichtigsten Sakralbauten in Norddeutschland wurde.

Die Kirche St. Marien besitzt auch eine Kirchturmuhr, die sich an der Nordseite des Turmes befindet und statt der üblicherweise 60 Minuten 61 Minuten auf dem Ziffernblatt aufweist. Wie kann das sein? Die Erklärung ist ganz einfach: Es handelt sich schlichtweg um ein Versehen. Denn ein starker Herbststurm im Jahr 1983 hatte das Ziffernblatt der Kirchturmuhr so sehr beschädigt, dass es ausgebessert werden musste. Die Handwerker hatten sich jedoch beim Abzählen der Löcher für die Minuten ganz einfach verzählt. Und nachdem der 61. Punkt gebohrt war, ließ sich das Malheur nicht mehr beheben. Dies wissen aber nur sehr wenige, da sich das Nachzählen der Löcher von unten als äußerst schwierig erweist. Lust, einmal nachzuzählen?

Der Klosterhof mit Museum

Der Klosterhof im Zentrum der Stadt ist eine Oase der Ruhe, die den Besuchern einen Einblick in längst vergangene Zeiten bietet. Nach sorgfältiger Sanierung erwartet die Besucher eine stimmige Vereinigung aus Geschichte und Moderne, welche sowohl zur Erholung als auch zu Entdeckungen einlädt. In einem Teil des Klostergebäudes ist heute das Stadtmuseum beherbergt. Übrigens das einzige Museum auf Rügen, welches die historische Entwicklung der Insel Rügen von der Prähistorie bis zum 19. Jahrhundert erzählt.

Der Klosterhof mitsamt seiner Klosteranlage ist im Jahr 1193 gemeinsam mit der Kirche St. Marien eingeweiht worden. Damals lebten hier noch 20 Nonnen aus Roskilde. Nach der Reformation wurde das Kloster aufgelöst und fungierte anschließend als evangelischer Jungfräuleinstift für adelige Damen. Im Jahr 1732 wurden nach einem Stadtbrand die heute noch vorhandenen zwei ehemaligen Stiftsgebäude gebaut. Nach der Fertigstellung des Klosterhofes im Jahr 2004 wurden hier Grabsteine aufgestellt, die daran erinnern sollen, dass sich einst bis zum Jahr 1829 der Friedhof von Bergen um die Marienkirche herum befunden hat.

Innerhalb des Klosterhofes befindet sich gleich neben dem Stadtmuseum die Schauwerkstatt, in der Besucher den lokalen Handwerkern gerne bei ihrer Arbeit zuschauen dürfen. Zwischen Mai und September finden im Klosterhof die bei Einheimischen und Urlaubern beliebten Handwerker- und Flohmärkte jeweils einmal im Monat statt.

Der Ernst-Moritz-Arndt-Turm mit genialer Aussicht über Rügen

Der Ernst-Moritz-Arndt-Turm ist das Wahrzeichen der Kreisstadt Bergen auf Rügen. Er befindet sich auf dem Hausberg Bergens, dem Rugard, welcher vom Marktplatz aus leicht erreichbar ist.

Der Aussichtsturm mit seiner Glaskuppel bietet mit einer Höhe von 27 Metern eine ausgezeichnete Aussicht über die gesamte Insel Rügen. Richtung Nordwesen ist der Nonnensee zu sehen, Richtung Nordosten der Kleine Jasmunder Bodden und in südöstlicher Richtung der Greifswalder Bodden sowie die Stadt Putbus.
Der Turm wurde in den Jahren 1869 bis 1876 als Denkmal für den Dichter, Patrioten und Reformer Ernst Moritz Arndt, der im Jahr 1769 auf der Insel Rügen geboren wurde, gebaut.

Der Rugard als höchste Erhebung der Stadt Bergen auf Rügen

Der Rugard ist mit etwa 90 Metern über dem Meeresspiegel die höchste Erhebung der Stadt Bergen und das dritthöchste Gebiet auf Rügen.

Bereits im Jahr 1813 pflanzte man dort die ersten Bäume, legte Wege an und stellte Bänke auf. 1830 kaufte der Fürst zu Putbus das Gebiet des Rugards und forstete es auf. Heute ist der Rugard ein beliebtes Naherholungsgebiet, in welchem man sehr gut Wandern, sich im Kletterwald sportlich betätigen oder eine Fahrt mit der Sommerrodelbahn wagen kann.
Übrigens: Die Bezeichnung „Rugard“ stammt aus dem Slawischen und bedeutet übersetzt so viel wie „Burg der Rüganer“.

Ausflugsmöglichkeiten in der Nähe von Bergen

Von Bergen aus gibt es viele Möglichkeiten für einen Tagesausflug ganz in der Nähe. Und so gibt es Ausflugsziele, bei denen die ganze Familie auf ihre Kosten kommt, oder Orte, die einfach nur zum Entspannen in der Natur einladen.

Erlebniswelt Rugard – Spiel und Spaß für die ganze Familie

Die Erlebniswelt Rugard ist ein Waldgebiet um den Ernst-Moritz-Arndt-Turm und bietet der ganzen Familie genügend Platz, um einerseits die schöne Natur auf den Naturlehrpfaden zu erkunden und andererseits Spiel und Spaß zu erleben.

So kann man in dem Waldgebiet das ganze Jahr über auf der Rodelbahn rodeln, Minigolfspielen, Go Kartfahren und vom Rutschenturm sausen. Auf der Freilichtbühne finden Aufführungen statt und die sagenumwobenen Denkmäler erzählen ihre eigene Geschichte. Einen Spielplatz für Kinder gibt es natürlich auch. Dieser befindet sich schräg gegenüber vom kostenlosen Parkplatz an der Rodelbahn, wo es auch öffentliche Toiletten gibt.

Der Nonnensee – Ruhe und Entspannung

Die Sage besagt, dass an der Stelle, wo sich heute der Nonnensee befindet, früher ein Kloster gestanden hat. Die Nonnen waren so reich, dass sie im Sommer sogar auf Salz Schlitten gefahren sein sollen, was schließlich zum Untergang des Klosters führte. Anstelle des Klosters entstand der Nonnensee, aus dem man immer zu Pfingsten das Glockengeläut des einstigen Klosters sowie klagende Stimmen hören kann.

Bereits im 19. Jahrhundert scheiterten erste Versuche, den Nonnensee trocken zu legen und stattdessen einer landwirtschaftlichen Nutzung zuzuführen. Erst im 20. Jahrhundert gelang es vorübergehend, mittels einer Pumpenstation den See leer zu pumpen und das so entstandene Grünland zu bewirtschaften. Ende des 20. Jahrhunderts eroberte sich der See das Gebiet allerdings wieder zurück, nachdem die Pumpenstation wegen eines Defekts ausgefallen war.

Man beschloss daher, den See zu erhalten und schon bald konnten die ersten Wasservögel begrüßt werden. Damals war man sich der Bedeutung des Nonnensees für die Wasservögel allerdings noch nicht bewusst. Heute erfreuen sich 80 Wasservogelarten an dem See, darunter beispielsweise der Seeadler, die Graugans oder die Lachmöwe. Hobby-Ornithologen und Vogelfreunde werden hier sicher voll auf ihre Kosten kommen.

Wer gerne wandert, wird viel Freude an dem ungefähr 5 Kilometer langen Rundwanderweg einschließlich der beiden Vogelbeobachtungstürmen haben. Hier kann man Ruhe vom hektischen Alltag finden und dabei die vielfältige Vogelwelt erkunden.

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